Fachkraft für Wasserversorgungstechnik

als Ausbildungsberuf oder als Abschluss nach BBiG § 40 (2)

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Wasserversorgungstechniker

Die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik arbeitet in der öffentlichen und privaten Trinkwasserversorgung, einem bedeutenden Zweig der Umwelttechnik. Die Fachkräfte sorgen dafür, dass wir täglich sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung haben. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, das besonders geschützt werden muss.

Neben den Absolventen der regulären dreijährigen Berufsausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik können nach § 40 (2) Berufsbildungsgesetz auch Externe zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Damit können diesen Facharbeiterabschluss auch lange in der Wasserversorgungspraxis tätige Personen erlangen, die keine oder eine fachfremde Berufsausbildung haben.

Informationen zum Beruf

Ihre Ansprechpartnerin

Antje Strodtkötter
Tel.: 0351 323250 53

Berufsbild

Aufgaben

Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik führen ihre Arbeiten selbstständig auf der Grundlage von technischen Unterlagen und Regeln sowie Rechtsgrundlagen durch. Sie beschaffen Informationen, planen und koordinieren ihre Arbeit. Dabei dokumentieren sie ihre Leistungen und ergreifen Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Sicherheit, zum Gesundheits- und zum Umweltschutz bei der Arbeit.

Sie sorgen dafür, dass jederzeit hygienisch einwandfreies Trinkwasser in die Haushalte geliefert wird. Dazu betreiben sie Anlagen zur Gewinnung von geeignetem Rohwasser. Dies sind meist Brunnen oder Quellfassungen, aber auch Anlagen zur Gewinnung von Wasser aus Flüssen oder Seen. Falls nötig wird das Wasser beispielsweise in Filteranlagen oder Reaktionsbecken aufbereitet. Unerwünschte Begleitstoffe werden entzogen und das Wasser mit Desinfektionsverfahren entkeimt. Auch die Speicherung des Trinkwassers in Hochbehältern und seine Abgabe in das Leitungsnetz gehören zu den Aufgaben von Fachkräften für Wasserversorgungstechnik.

Außerdem legen sie im Verteilungsnetz Rohrleitungen, montieren oder demontieren entsprechende Anlagen und führen Wartungs- und Reparaturarbeiten an Pumpen, Rohrleitungen und anderen Betriebseinrichtungen aus. Bei Störungen greifen sie eigenständig ein.

Als elektrotechnisch befähigte Personen sind sie in der Lage, kleinere Reparaturarbeiten an den elektrischen Einrichtungen der Anlagen und Maschinen in ihrem Zuständigkeitsbereich auszuführen.

Sie entnehmen Proben, prüfen die Wasserqualität und dokumentieren ihre Arbeitsergebnisse. In der Industrie können sie bei der Aufbereitung von Prozesswasser tätig sein.

Auch die Kundenberatung kann zu ihren Aufgaben gehören. Sie geben z. B. Auskunft über die Trinkwasserqualität, die Wasserhärte oder beraten die Betreiber von Kundenanlagen in Fragen der Hausinstallation.

Ausbildung

Ausbildungsaufbau

  • 3 Jahre praktische Ausbildung im Wasserwerk und Rohrnetz
  • Theoretische Ausbildung in der Berufsschule in Teilzeit oder Blockunterricht
  • Zwischenprüfung vor Ende des 2. Ausbildungsjahres
  • Abschlussprüfung nach dem 3. Ausbildungsjahr 

Ausbildungsinhalte in der Schule

In der Schule stehen folgende Lernfelder auf dem Stundenplan: 

  • Planen eines Umweltkonzeptes; Umgehen mit Mikroorganismen
  • Untersuchen von Wasser- und Abfallinhaltsstoffen
  • Rohrleitungssysteme betreiben; Hausanschluss erstellen, Maschinen, Versorgungseinrichtungen und elektrische Anlagen bedienen und instand halten
  • Wasser aufbereiten, Wasser gewinnen; Wasserbeschaffenheit überprüfen
  • Wasser fördern, speichern und verteilen; Wasserversorgungsanlagen steuern und regeln 

Ausbildungsplätze

Die Trinkwasserversorgung ist Aufgabe von Gemeinden oder von Unternehmen, denen diese Aufgabe von der Gemeinde übertragen worden ist. Es gibt in jeder Region ein Wasserversorgungsunternehmen. Dies kann die Gemeinde selber, die Stadtwerke, ein Wasserzweckverband oder ein überregional arbeitender Konzern sein. Auskunft darüber, welche Trinkwasserversorgungsunternehmen Ausbildungsplätze anbieten, geben die Ausbildungsberater der zuständigen Stellen der Industrie- und Handelskammer und des öffentlichen Dienstes, die auch für die Prüfungen zuständig sind. 

Ausbildungsinhalte im Betrieb

In den ersten 15 Monaten der Ausbildung im Betrieb erwerben die Auszubildenden sogenannte Kernqualifikationen (Wissen und Fertigkeiten, die man auch in anderen umwelttechnischen Berufen braucht) auf folgenden Gebieten: 

  • Betriebswirtschaftliche Prozesse, Arbeitsorganisation, Information und Dokumentation, Qualitätssicherung
  • Umweltschutztechnik, ökologische Kreisläufe und Hygiene
  • Grundlagen der Maschinen- und Verfahrenstechnik sowie der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Umgang mit elektrischen Gefahren
  • Anwendung naturwissenschaftlicher Grundlagen
  • Werk-, Hilfs- und Gefahrstoffe, Werkstoffbearbeitung, Lagerhaltung, Arbeitsgeräte und Einrichtungen
  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz 

Im zweiten Teil der Ausbildung (bis zum Ende des dritten Jahres) werden speziell auf die Wasserversorgungstechnik zugeschnittene Fachqualifikationen in folgenden Bereichen erworben: 

  • Sicherheit von Personen und Anlagen
  • Wasserwirtschaft: Gewinnung/Förderung, Untersuchung, Beschaffenheit, Aufbereitung, Speicherung und Verteilung von Wasser
  • Messen, Steuern und Regeln, elektrische Anlagen und Maschinen
  • Trinkwasserschutz und Kundenanlage, Kundenorientierung
  • Rechtsvorschriften und technische Regelwerke, Dokumentation 

Abschluss nach BBiG § 40 (2)

Voraussetzungen

In der Regel ist die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik ein Ausbildungsberuf. Nach BBiG § 40 (2) steht diese Qualifikation aber auch offen für  

  • Mitarbeiter/innen aus Wasserversorgungsunternehmen ohne Schulabschluss mit wenigstens sieben Jahren einschlägiger Berufspraxis in der Wasserversorgung 
  • sonstige Facharbeiter/innen mit wenigstens drei Jahren einschlägiger Berufspraxis in der Wasserversorgung 

Der DVGW bietet einen Lehrgang an, der die Mitarbeiter auf die staatliche Prüfung vorbereitet.

Vorbereitungslehrgang

Alle Infos zum DVGW-Vorbereitungslehrgang Fachkraft für Wasserversorgungstechnik gemäß BBiG § 40 (2)

Weiterqualifizierung

Die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik kann als Vorarbeiter Verantwortung für eine Arbeitsgruppe übernehmen.

Die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik kann sich weiterqualifizieren zum/zur Geprüfte/n Wassermeister/in  oder zum/zur Geprüfte/n Netzmeister/in. Sie legt vor der IHK oder der zuständigen Stelle des öffentlichen Dienstes die Prüfung ab. 

Impressionen

Plan einer WasseranlageVergrößern

Plan einer Wasseranlage

WasserprobenentnahmeVergrößern

Wasserprobenentnahme

Auswertung eines GraphenVergrößern

Auswertung eines Graphen

Durchflussregelung durch ein VentilVergrößern

Durchflussregelung durch ein Ventil

Quelle: GMQ, DVGW, VDE.