Anlagenmechaniker/in -Einsatzgebiet Rohrsystemtechnik

als Ausbildungsberuf oder als Abschluss nach BBiG § 40 (2)

Warten einer HausübergabestationVergrößern

Warten einer Hausübergabestation

Der Anlagenmechaniker im Einsatzgebiet Rohrsystemtechnik arbeitet in öffentlichen oder privaten Gas- und Wasserversorgungsunternehmen, die die Bevölkerung mit Erdgas und Trinkwasser versorgen. Er trägt dazu bei, dass wir täglich sauberes Trinkwasser und Erdgas in ausreichender Menge und mit dem richtigen Druck über Rohrsysteme geliefert bekommen.

Neben den Absolventen der regulären dreieinhalbjährigen Berufsausbildung zum Anlagenmechaniker können nach § 40 (2) Berufsbildungsgesetz auch Externe zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Damit können diesen Facharbeiterabschluss auch lange in der Gas- oder Wasserversorgungspraxis tätige Personen erlangen, die keine oder eine fachfremde Berufsausbildung haben. 

Informationen zum Beruf

Ihre Ansprechpartnerin

Antje Strodtkötter
Tel.: 0351 323250 53

Berufsbild

Aufgaben

Bevor das Erdgas und Trinkwasser in den Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden, Betrieben sowie Industrieanlagen ankommt, müssen umfangreiche Rohrsysteme gebaut und betrieben werden. Diese Rohrsysteme sind als Transportleitungen, Verteilungsnetze und Hausanschlüsse miteinander verbunden. Sie bilden ein unterirdisches Netz, das dem Straßen- und Schienennetz gleichrangig ist.

Der Anlagenmechaniker montiert Bauteile wie Rohre, Formstücke und Armaturen zu einer Leitung, bearbeitet Rohre aus Metall oder Kunststoffen und hält Rohrsysteme sowie Anlagenteile instand. Er wartet die Anlagen und überprüft deren Betriebszustand. 

Er erledigt die Aufgaben im Team unter Leitung eines Vorarbeiters oder Meisters. 

Ausbildung

Ausbildungsaufbau

  • 3 ½ Jahre Ausbildung in einem öffentlichen oder privaten Unternehmen 
  • Theoretische Ausbildung in der Berufsschule in Teilzeit- oder Blockunterricht 
  • Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung (sie ersetzt die frühere Zwischenprüfung) am Ende des zweiten Ausbildungsjahres 
  • Teil 2 der Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung 

Ausbildung in der Schule

In der Schule stehen folgende Lernfelder auf dem Stundenplan: 

  • Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen und mit Maschinen fertigen
  • Technische Systeme warten
  • Bauelemente für die Anlagentechnik herstellen, montieren und transportieren
  • Anlagensysteme übergeben, inbetriebnehmen und instand halten
  • Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik integrieren
  • Systeme der Anlagentechnik planen, realisieren, ändern und anpassen 

Ausbildungsplätze

Die Gas- und Wasserversorgung erfolgt in der Regel durch Stadt- oder Gemeindewerke, durch Zweckverbände oder durch Energie- und Wasserversorgungsunternehmen, die als GmbH oder Aktiengesellschaft (AG) organisiert sind.

Die Facharbeiterausbildung ist in den Unternehmen entweder als eigener Fachbereich organisiert oder erfolgt durch die technischen Abteilungen.

Auskünfte erteilen die Unternehmen direkt oder die zuständigen Industrie- und Handelskammern (IHK)

Ausbildung im Betrieb

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Für den Erwerb der Kern- und Fachqualifikation sind jeweils 21 Monate vorgesehen.

Kernqualifikationen sind allgemeine Kenntnisse über das berufliche und betriebliche Umfeld; sie sind für alle Metallberufe gleich.

Die Fachqualifikationen beziehen sich auf besondere technische Fertigkeiten und Kenntnisse zur Bewältigung der Geschäftsprozesse. Beide Qualifikationen werden ineinander verzahnt vermittelt:

  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit 
  • Umweltschutz
  • Betriebliche und technische Kommunikation
  • Arbeit planen und organisieren, Arbeitsergebnisse bewerten
  • Werk- und Hilfsstoffe unterscheiden, zuordnen und handhaben
  • Bauteile und -gruppen herstellen und montieren
  • Aufträge bearbeiten
  • Betriebsmittel warten
  • Bauteile und Einrichtungen prüfen
  • Steuerungstechnik
  • Im Rahmen der Instandhaltung festgestellte Störungen eingrenzen und beheben
  • Kundenorientierung
  • Qualitätssicherung 
  • Darüber hinaus im dritten und vierten Ausbildungsjahr: 

    • Arbeitsaufgaben planen und vorbereiten
    • Aufträge realisieren
    • Arbeiten und Ergebnisse dokumentieren
    • Betriebliches Qualitätsmanagement anwenden
    • Systeme der Anlagentechnik ändern und anpassen
    • Systeme der Anlagen- und Versorgungstechnik unter Berücksichtigung von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit instand halten 

     

Abschluss nach BBiG § 40 (2)

Voraussetzungen

In der Regel ist die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik ein Ausbildungsberuf. Nach BBiG § 40 (2) steht diese Qualifikation auch offen für  

  • Mitarbeiter ohne Berufsabschluss mit wenigstens sieben Jahren Berufserfahrung
  • sonstige Facharbeiter mit wenigstens drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung in der gas- und Wasserversorgung.

Die Interessenten müssen beschäftigt (gewesen) sein bei

  • Netzbetreibern
  • Netzserviceunternehmen
  • Rohrleitungsbauuunternehmen
  • Wasserversorgungsunternehmen

Der DVGW bietet einen Lehrgang an, der die Mitarbeiter auf die staatliche Prüfung vorbereitet.  

Vorbereitungslehrgang

Weiterqualifizierung

Der/Die Anlagenmechaniker/-in kann sich zum/zur Geprüften Netzmonteur/in und dann zum/zur Geprüften Netzmeister/-in oder zum/zur Industriemeister/-in der Fachrichtung Metall qualifizieren und vor der IHK die Prüfung ablegen.  

Impressionen

Einsatz eines Messgeräts auf der BaustelleVergrößern

Einsatz eines Messgeräts auf der Baustelle

Flexarbeiten an einem LeitungsrohrVergrößern

Flexarbeiten an einem Leitungsrohr

Auf der BaustelleVergrößern

Auf der Baustelle

Quelle: GMQ, DVGW, VDE.